AGB - CANAIR ALLGEMEINE GESCHÄFTSBEDINGUNGEN



§ 1 Beförderungsvertrag

Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen mit Stand vom 01.01.2002 gelten für sämtliche Dienstleistungen der Canair, im folgenden "Luftfahrtunternehmen" genannt. Die Leistung des Luftfahrtunternehmens besteht aus einem Luftbeförderungsvertrag, der unter den nachfolgenden vertraglichen Regeln durchgeführt und geschlossen wird.


§ 2 Flugdurchführung

Das Luftfahrtunternehmen betreibt eine begrenzte Anzahl von Luftfahrzeugen. Der Beförderungsvertrag beschränkt sich auf einen Flug mit diesen unternehmens-eigenen Luftfahrzeugen.
Das Luftfahrtunternehmen haftet nicht für Schäden des Kunden oder der Fluggäste, wenn der gebuchte Flug aufgrund eines unvorhersehbaren technischen Defekts, der Wetterlage, Restriktionen der Flugsicherung, Streiks oder anderer vom Luftfahrtunternehmen nicht verschuldeter Umstände undurchführbar geworden oder nur verspätet durchführbar ist. Alle Verpflichtungen, die das Luftfahrtunternehmen mit einem Luftbeförderungsvertrag übernimmt, bestehen nur insoweit, als notwendige Landegenehmigungen, Außenlandegenehmigungen, Genehmigungen zur Unterschreitung der Sicherheitsmindesthöhe, Slots und sonstige Genehmigungen für den Flug erteilt werden und bei Durchführung des Fluges fortbestehen. Sofern derartige Genehmigungen notwendig sind, aber nicht erteilt werden, so entfallen die Verpflichtungen des Luftfahrtunternehmens, außer, dieses hat die Nichterteilung verschuldet. Sofern sich bei einem Flug mit mehreren Zwischenzielen das Wetter so verschlechtert, daß ein Weiterflug nicht möglich ist, so ist der Flugpreis für den durchgeführten Teil des Fluges zu zahlen. Dieser berechnet bzw. vermindert sich im Verhältnis der geplanten Flugzeit für den gesamten Auftrag zu der tatsächlich geflogenen Flugzeit. Muß aufgrund der Wetterentwicklung ein Ausweichflughafen angeflogen werden, eine weitere Übernachtung notwendig sein o.ä. und entstehen hierdurch Mehrkosten, so sind diese vom Kunden gesondert zu zahlen. Dieser kann die Vorlage von Belegen über die Mehrkosten verlangen.


§ 3 Verschiebung des Fluges

Der zwischen dem Luftfahrtunternehmen und dem Kunden vereinbarte Flugtermin ist für beide Teile bindend. Eine Verschiebung des Flugtermins ist nur mit Zustimmung des anderen Vertragspartners möglich. Das Luftfahrtunternehmen wird versuchen, eine Terminsverschiebung auf Wunsch des Kunden zu realisieren, wenn dies flugbetrieblich möglich ist. Etwaig hierdurch entstehende Mehrkosten (Übernachtungen, zusätzliche Landegebühren) hat der Kunde in diesem Fall zusätzlich zu tragen. Wünscht der Kunde eine Änderung der Flugstrecke, eine Verlängerung der Flugzeit, einen neuen oder weitere Zielorte o.ä., so sind die Verlängerung der Flugzeit bzw. alle Mehrkosten nach der gültigen Preisliste des Unternehmens zu zahlen.


§ 4 Stornierung

Bei Rundflugbuchungen ist eine Stornierung ist nicht möglich, wenn der Kunde ein Ticket für den Flug oder Rundflug gekauft hat. Das Ticket kann aber auf eine andere Person übertragen werden. Geschäftsreiseflüge können storniert werden. Bei der Stornierung sind vom Kunden folgende pauschalierten Stornierungskosten zu tragen:
- bei Stornierung bis 2 Wochen vor dem Flugtermin 30 % des Flugpreises
- bei Stornierung 7 Tage vor Flugbeginn 50 % des Flugpreises
- bei Stornierung weniger als 24 Stunden vor Flugbeginn 70 % des Flugpreises
Erfolgt die Stornierung weniger als 3 Stunden vor Flugbeginn oder erscheint der Kunde nicht (no show), so sind 80 % des vereinbarten Flugpreises an das Luftfahrtunternehmen zu zahlen. Hat der Flug oder ein Gestellungsflug schon begonnen, so sind 100 % des vereinbarten Flugpreises an das Luftfahrtunternehmen zu zahlen. Dem Kunden bleibt der Nachweis vorbehalten, dass der Schaden des Luftfahrtunternehmens geringer ist als die vorgenannten Prozentsätze, dem Luftfahrtunternehmen, dass der Schaden höher ist.


§ 5 Verspätung des Kunden / der Passagiere

Das Luftfahrtunternehmen ist verpflichtet, bis 30 Minuten nach der vereinbarten Abflugzeit auf die Gäste zu warten.
Das Luftfahrtunternehmen wartet bei einer Verspätung der Gäste über die vorbeschriebenen Zeiträume hinaus, wenn die Passagiere oder der Kunde mitteilen, daß die Passagiere sich verzögern. Das Luftfahrtunternehmen ist dann berechtigt, für jede weitere Stunde der Wartezeit eine Gebühr entsprechend der gültigen Preisliste abzurechnen.
Das Luftfahrtunternehmen ist nicht verpflichtet, auf die Gäste zu warten, wenn durch ein weiteres Abwarten ein Folgeauftrag oder anderer Termine des Luftfahrtunternehmens nicht mehr termingerecht wahrgenommen werden könnte.Kann der Flug infolge einer solchen Verspätung nicht durchgeführt werden, hat der Kunde den Flugpreis wie im Fall des "no show" zu zahlen.


§ 6 Maximalgewichte

Der Flug kann nur durchgeführt werden, wenn das Gewicht eines jeden Passagieres einschließlich seines Handgepäck 96 kg bei männlichen Passagieren und 78 kg bei weiblichen Passagieren nicht überschreitet. Wiegen die Passagiere einschließlich ihres Handgepäcks mehr, obliegt es der Entscheidung des Luftfahrtunternehmens, ob der Flug trotzdem durchgeführt werden kann. Der Kunde kann zusätzlich 11 kg Gepäck bei innerdeutschen Flügen und 13 kg Gepäck bei innereuropäischen Flügen mitnehmen. Der Raum für Gepäck ist allerdings - je nach Belegung der Maschine - begrenzt. Sollen Gepäckstücke, die über Handgepäck nach den üblichen Airline - Standardmaßen ( und max. 6 kg ) hinausgehen, befördert werden, so muß dies gesondert schriftlich vereinbart werden.
Ergibt sich das Überschreiten des vorgenannten Gewichtslimits erst beim Erscheinen der Passagiere und kann der Flug aufgrund des Übergewichtes nur durch Zurücklassung eines Passagiers oder von Gepäck durchgeführt werden, so wird trotzdem der volle Flugpreis fällig. Kann der Flug aufgrund des Gewichtes nicht durchgeführt werden oder wünscht der Kunde dies nicht, so wird entsprechend § 4 so abgerechnet, als würde ein "no show" vorliegen.



§ 7 Beförderungsentgelt

Soweit nichts anderes vereinbart, gilt als Beförderungsentgelt das Beförderungsentgelt, welches sich aus der aktuellen Preisliste des Luftfahrtunternehmens ergibt. Das Beförderungsentgelt errechnet sich aus dem aktuell gültigen Flugstundenpreis, abgerechnet nach den geflogenen Flugminuten zuzüglich aller für den Flug anfallenden Gebühren und zuzüglich etwaiger Übernachtungskosten oder Kosten für Wartezeiten. Das Beförderungsentgelt ist mangels anderer Vereinbarung vor Abflug zu leisten. Es gilt ausdrücklich eine Zug-um-Zug-Leistung dergestalt vereinbart, daß vor Abflug der Flugpreis zu entrichten ist. Das Luftfahrtunternehmen ist ausdrücklich berechtigt, seine Leistung so lange zurückzuhalten, bis Zahlung geleistet wird. Erfolgt eine Zahlung nicht spätestens innerhalb der obigen Verspätungszeiträume, so hat der Kunde die Gebühr gemäß "no show" zu zahlen.


§ 8 Haftung

Die Haftung des Luftfahrtunternehmens bemißt sich bei innerdeutschen Flügen nach den Regelungen des Luftverkehrsgesetzes, §§ 44 ff sowie EG-Vorschriften. Bei internationalen Flügen bemißt sich die Haftung nach dem Warschauer Abkommen. Die Haftung nach diesen Vorschriften ist beschränkt.


§ 9 Gerichtsstand

Gerichtsstand für sämtliche Streitigkeiten aus dem Beförderungsvertrag und aus sämtlichen vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Parteien ist, sofern beide Vertragsparteien Vollkaufleute sind, Hamburg. Die Parteien vereinbaren für den Vertrag ausdrücklich die Zugrundelegung deutschen Rechts.